Egal ob man Kurz-URLs mag oder nicht, ob man sie für sinnvoll hält oder nicht, immer häufiger begegnet man ihnen. Man kann ihre Benutzung prinzipiell verweigern, dann kann man aber Dienste wie Twitter.com nur eingeschränkt benutzen. Auch Verfügbarkeit und Sicherheit sind diskussionswürdige Punkte, aber all dies soll jetzt hier nicht das Thema sein!
Auf jeden Fall sollte man wissen wie man ggf. zu jeder Kurz-URL die Langform erhält ohne den Link anzuklicken. Zwar bieten viele Kurz-URL-Dienstleister („URL shortener“) inzwischen auch eine Vorschaufunktion an, aber für diese gibt es keinen einheitlichen Standard, jeder kocht hier sein eigenes Süppchen. Drei Beispiele (ohne Wertung des Dienstleisters):
Benötigt wird also eine dienstleisterunabhängige Methode, um die Ziel-URL zu erfahren. Die schnellse Möglichkeit liefert, wie meist, ein Bash-Skript. Die relevanten Dienste beruhen auf der standardisierten Serverrückmeldung 301, die besagt, daß eine Seite umgezogen ist und jetzt unter einer anderen URL erreichbar ist. Im Terminal kann man einfach durch Abruf der Kopfzeilen („header“) Informationen zu einer URL anfordern:
#:~>curl -Is 'http://bit.ly/4LjZ1' HTTP/1.1 301 Moved Server: nginx/0.7.42 Date: Mon, 10 Aug 2009 19:55:09 GMT Content-Type: text/html; charset=utf-8 Connection: keep-alive Location: http://kinderpornos.info/ MIME-Version: 1.0 Content-Length: 287 #:~>
Uns interessiert hier nur die Zeile „Location“, dort findet sich das Weiterleitungsziel. Mit grep und cut läßt sich nun ein kleines Bashskript erstellen, welches das eigentliche Ziel ausliest:
#!/usr/bin/env bash
#
if [ "$1" != '' ]; then
curl -Is $1 | grep Location | cut -d ' ' -f2
else
echo -e "\e[31mKeine URL an das Skript übergeben!\e[0m
fi
Alternativ ließe sich auch wget (wget -S --spider -d) anstelle von cURL verwenden, welches aber, im Gegensatz zu cURL, unter MacOS X nicht zur Standardinstallation gehört. Anstelle eines eigenständigen Skriptes kann man natürlich den if Bereich als function formuliert in eine Funktionenbibliothek oder direkt in die .bashrc schreiben.
Für MacOS X Anwender die der Kommandozeile nichts abgewinnen können, läßt sich mit den erwähnten Bashkommandos und etwas AppleSkript ein kleines Programm in der Menüzeile von MacOS X unterbringen, welches browser- und dienstleisterunabhängig die Langform jeder Kurz-URL anzeigt. Der Vorteil beruht darauf, daß man man den Dienstleister nicht (näher) kennen muß und immer dieselbe Befehlsfolge aufrufen kann:
SkriptEditor öffnen und folgendes Skirpt erstellen und ausführbar unter "~/Library/Scripts" ablegen:
set Abbruch to false
set Ergebnis to ""
set Zeit to 30
set KurzURL to the clipboard
try
set Verweis to (do shell script "curl -Is " & KurzURL & ¬
"| grep Location | cut -d ' ' -f2")
set Ergebnis to display dialog ¬
"Die Ziel-URL von " & KurzURL & " lautet:" default answer Verweis ¬
buttons {"abbrechen", "OK, ansehen..."} ¬
with title "Kurz-URL auflösen" default button 2 cancel button 1 ¬
giving up after Zeit
on error number -128
set Abbruch to true
end try
if Abbruch then
else if button returned of Ergebnis is "OK, ansehen..." then
open location text returned of Ergebnis
else if gave up of Ergebnis then
display dialog "Mehr als " & Zeit & ¬
" Sekunde keine Antwort." with title "Zeitüberschreitung"
end if
Das Skript setzt voraus, daß eine korrekte URL in der Zwischenablge liegt, andernfalls gibt es ungefährliche, aber unerwartete Fehlermeldungen. Die Abfrage funktioniert für alle Dienste die nach dem geschilderten Prinzip arbeiten, solange der Abruf für jeden frei zugänglich ist und sie überhaupt (noch) arbeiten. Ist ein Dienst abgeschaltet, sind die Kurz-URL für alle wertlos, da kein Zugriff mehr auf die Datenbank besteht.
Labels: .bashrc, AppleSkript, Bash, cURL, grep, IT, Kurz-URL, MacOS X, Skripttipp, Terminal, Twitter
Heute Mal ein Tipp für Bildersammler. Wer keine Lust hat, die Bilder von http://www.imagefap.com/ einzeln herunterzuladen oder keine umfangreiche Software verwenden will kann dies, ggf. auch zeitgesteuert und unbeaufsichtigt, mit einem kleinen Bashskript erledigen (lassen). Das Skript erzeugt einen Ordner mit der Gallerienummer als Name und lädt alle Bilder in diesen Ordner herunter.
#!/usr/bin/env bash
# Skript Imagefap-Download
# Beschreibung Lädt die Bilder einer Galerie von http://WWW.Imagefap.com herunter.
# Parameter $1: URL der Gallerie (z. B.: http://www.imagefap.com/gallery/123456)
Galerie_Nr=${1##*/}
Pfad=${2:-$HOME'/Downloads/'}$Galerie_Nr
URL_Inhalt=${1%/*}'.php?gid='$Galerie_Nr'&view=2'
Inhalt='Galerie.html'
cURL_Schalter='-A Anonymous'
mkdir $Pfad
cd $Pfad
curl $cURL_Schalter $URL_Inhalt -o $Inhalt
if [ -e $Inhalt ]; then
for Bild in $(cat $Inhalt | grep -Eio "/thumb/([^']).*'")
do
Bild=$(basename ${Bild%%\'})
curl $cURL_Schalter 'http://77.247.179.161/full/getimg.php?img='$Bild -o $Bild
done
srm -srf $Inhalt
fi
MacOS X Anwender können das Skript so verwenden, Linuxer müssen die Zeile „Pfad“ anpassen und ihren Download-Ordner angeben.
#:~>Imagefap-Download http://www.imagefap.com/gallery/123456
Labels: Bash, cURL, Download, IT, Skripttipp, Terminal
Wer den Mailinator und seine Verwandten benutzt, hat unter Umständen das Problem, daß er einerseits nicht weiß wann die erwartete e-Mail eintrifft, andererseits aber Mailinator selbige nach ein paar Stunden löscht. Dies läßt sich durch ein kleines Bashskript beheben, welches die e-Mails abholt.
Was macht das Skript genau?
#!/usr/bin/env bash
# Skript Mailinatorabfrage
# Beschreibung Holt e-Mail von Mailinator.com ab.
# Parameter $1: Die e-Mailadresse die abgefragt werden soll; optional.
# $2: Der Pfad wo die Mail(s) gespeichert werden sollen; optional.
Mailadresse=${1:-'Test@mailinator.com'}
Pfad=${2:-$HOME'/Downloads/'}${Mailadresse}_$(date "+%Y.%m.%d-%H%M")
Domain='http://'${Mailadresse#*@}
URL_Fach=$Domain'/maildir.jsp?email='${Mailadresse%@*}'&x=0&y=0'
Inhalt='maildir.html'
mkdir $Pfad
cd $Pfad
curl -A "Anonymous" $URL_Fach -o $Inhalt
if [ -e $Inhalt ]; then
for Zeile in $(cat $Inhalt | grep -Eio '/showmail.jsp([^>])*')
do
Betreff=$(grep -Eio "${Zeile#*&}.*</a>" < $Inhalt)
Betreff=${Betreff#*>}
Betreff=${Betreff%<*}
curl -A 'Anonymous' ${Domain}${Zeile%>*} -o "$Betreff"'.html'
done
srm -srf $Inhalt
fi
Das Skript hat zwei optionale Parameter
Die regelmäßige Ausführung des Skriptes ist unter Linux ein cron-Job, unter MacOS X wird eine separate plist-Datei benötigt. Der Aufbau ist relativ einfach, zur Erstellung werden folgende Angaben benötigt:
Ausgehend von diesen Annahmen kann mit jedem beliebigen Texteditor die plist erstellt werden:
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <!DOCTYPE plist PUBLIC "-//Apple//DTD PLIST 1.0//EN" "http://www.apple.com/DTDs/PropertyList-1.0.dtd"> <plist version="1.0"> <dict> <key>KeepAlive</key> <false/> <key>Label</key> <string>Mailinator.Test</string> <key>ProgramArguments</key> <array> <string>/Users/Loginname/bin/Mailinatorabfrage</string> <string>Test@mailinator.com</string> </array> <key>RunAtLoad</key> <true/> <key>StartInterval</key> <integer>3600</integer> </dict> </plist>
Die Datei jetzt noch als reinen Text unter dem Namen »Mailinator.Test.plist« in »~/Librqary/LaunchAgents« speichern.
Die Angaben unter <array> sind übrigens nichts anderes als ein Skriptaufruf im Terminal mit Parameter:
#:~/bin>Mailinatorabfrage Test@mailinator.com
Ab dem nächsten Neustart wird dann jede Stunde dieses Skript ausgeführt. Eleganter steuert man es aber über die Kommandozeile. Jeweils eines der nachfolgenden (selbsterklärenden ?) Kommandos im Terminalfenster aufrufen:
#:~/Library/LaunchAgents>launchctl load Mailinator.Test.plist #:~>launchctl start Mailinator.Test #:~>launchctl list Mailinator.Test #:~>launchctl stop Mailinator.Test #:~/Library/LaunchAgents>launchctl unload Mailinator.Test.plist #:~>launchctl help
Wie auch bei anderen Dingen, sollte man Fairness walten lassen und die automatishe Abfrage nicht unnötig und immerwährend laufen lassen. Der Zeitraum in dem Mails eintreffen können ist ja meist auf wenige Stunden beschränkt. Es ist aber gut geeingnet längere Arbeitspausen oder die Nacht abzudecken.
Wer seine eingehenden Mails nur so Abfragen und speichern will kann das Skript natürlich auch direkt im Terminal aufrufen oder in ein kleines AppleSkript einbetten und per Menü im Finder aufrufen:
tell application "Finder" activate do shell script "Mailinatorabfrage 'Test@mailinator.com'" end tell
Labels: Bash, cURL, IT, MacOS X, Mailinator, plist, Skripttipp, Terminal