Dieses Blog wird derzeit komplett überarbeitet, daher sind Lücken, falsche Darstellungen, tote Links und sonstige Unwägbarkeiten unausweichlich.
Ansonsten gilt:
rm -rf Regierung
Mit zu den ersten Kommandos die man lernt wenn man im Terminal arbeitet, heißt rm (remove) zum Löschen von Dateien. rm arbeitet sehr schnell und man kann in weniger als einer Sekunde das gesamte System ruinieren. Jedoch hat rm den Nachteil, nicht die Datei selbst zu löschen, sondern nur den Eintrag der Datei aus dem Index, mit der Folge, daß sich Daten im Zweifelsfall rekonstruieren lassen. Für das sichere Löschen der Datei gibt es srm (secure remove), welches vor dem Löschen des Indexeintrages die Datei überschreibt, umbenennt und abschneidet. Ein einmaliges Überschreiben der Datei ist hierbei vollkommen ausreichend.[1, 2] (Löschorgien wie die Empfehlung 35mal (!) zu überschreiben sind sowieso Unfug [3]). Damit man immer auf der sicheren Seite ist, sollte man rm grundsätzlich auf das sichere srm umleiten. Mit einem kurzen Alias-Eintrag in der .bashrc läßt sich dies leicht bewerkstelligen.
Mit einem beliebigen Texteditor die Datei .bashrc öffnen und folgende Aliase einfügen:
alias rm='echo "srm -srf"; srm -srf' alias srm='srm -srf'
Eingentlich würde ein Eintrag alias rm='srm' vollkommen ausreichen, aber ich bevorzuge eine kurze Rückmeldung was umgeleitet worden ist. Daher füge ich immer ein echo Kommando dazwischen, welches kurz wiedergibt welcher Befehl ausgeführt wurde. Das zweite Alias dient nur dazu, gleich noch die Standardoptionen von srm festzulegen (-s simple, einmal überschreiben; -r rekursiv, Verzeichnisse löschen; -f force, nicht existente Dateien ignorieren, keine Rückfragen).
Die Datei sichern und auf der Kommanodzeile neu einlesen („sourcen“):
#:~>. .bashrc
Das Ergebnis sieht dann etwas so aus:
#:~>rm Regierung srm -srf #:~>
Soll jetzt wirklich mal das originale rm verwendet werden, bspw. weil eine große Datei schnell gelöscht werden muß, kennt die Bash den vorgesetzten \ als Umgehung definierter Aliase:
#:~>\rm Regierung
Hinweis: Wer sicherheitsbewußt ist und an fremden Rechnern arbeitet sollte kontrollieren, ob der Befehl srm auch tatsächlich das tut, von dem man annimmt das er es tun sollte: sicher löschen. Die beschriebene Methode mit dem Alias funktioniert nämlich auch andersherum, die Umleitung vom sicheren srm auf das einfache rm:
alias srm='rm'
Labels: .bashrc, Alias, Bash, IT, rm, Skripttipp, srm, Terminal
Eine bitte an alle! Wer noch keine Unterstützerunterschrift an die Piratenpartei geleistet hat, möge dies bitte so schnell als möglich tun. Aus der Unterschrift ergeben sich keinerlei Verpflichtungen, sie dient nur dazu der Piratenpartei zu ermöglichen an den Bundestagswahlen am 27. September 2009 teilzunehmen. Die Piratenpartei hat nur noch knapp 30 Tage um die notwendige Anzahl an Unterstützerunterschriften zusammenzubekommen. Es kostet kein Geld, man muß auch nicht bei der Partei mitarbeiten, ja man muß sie noch nicht einmal wählen (wollen). Es geht nur darum ihnen Möglichkeit der Teilnahme an der Bundestagswahl zu ermöglichen. Nicht mehr, nicht weniger!
Daher bitte das entsprechende Formular von http://ich.waehlepiraten.de/ herunterladen und unterschrieben zurückschicken. Fünf Minuten Arbeit für demokratische Vielfalt, anstelle politischer Einfalt.
Ahoi, und alles klar zum Ändern!
Labels: mitmachen, Piratenpartei
Seit einigen Wochen wird in Deutschland sehr offen die Einführung von Zensur gefordert.[1-4] Türöffner für die Errichtung einer großflächigen Zensurinfrastruktur ist das unsäglich leyenhafte, wie wirkungslose Gesetz zur Sperrung kinderpornografischer Seiten aus dem Familien- (von der Leyen) und dem Wirtschaftsministerium (zu Guttenberg).
Angesichts dieser Entwicklung muß man deutliche Zeichen setzen. Eines ist die Aussperrung politiknaher Einrichtungen vom Zugriff auf die Informationen von Webseiten. Je mehr Webseiteninhaber mitmachen, desto deutlicher zeigt man, was man von alldem hält.
Technisch ist ein solcher Ausschluss recht einfach umzusetzen (und auch zu umgehen, aber können Internetausdrucker das?). Benötigt werden die IP-Adressbereiche entsprechender Ortagnisationen. Eine solche Liste findet sich auf Überwach.DE. Die IP-Adressen müssen in reguläre Ausdrücke überführt und als Bedingungen in die Datei .htaccess des Webservers eingefügt werden.
Am Beispiel des Deutschen Bundestages sei kurz beschrieben wie die Sperrung funktioniert:
RewriteEngine On RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.17\.2(3[2-9]|4[0-7])\. RewriteCond %{REQUEST_URI} !/Sperre.html$ RewriteRule .* /Sperre.html [R=302,L]
Jeder Aufruf aus dem Adressraum des Deutschen Bundestages (193.17.232.0-193.17.247.255) wird an Hand des regulären Ausdruckes (^193\.17\.2(3[2-9]|4[0-7])\.) identifiziert und über eine Bedingung an eine spezielle Webseite (Sperre.html) weitergeleitet. Alle anderen Besucher merken von der Sperrseite nichts und können wie gehabt auf das Angebot zugreifen. Für den Inhalt der Sperrseite sollte man sein Recht auf freie Meinungsäußerung auch deutlich wahrnehmen!
Für die komplette Liste von Überwach.DE könnte dies dann so aussehen.
RewriteEngine On RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.17\.2(3[2-9]|4[0-7])\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^192\.109\.71\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.17\.(8[89]|9[0-5])\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.158\.73\.4[0-7]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.102\.16\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.175\.51\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.196\.13[0-1]\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.22\.24[0-1]\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.22\.24[6-7]\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^194\.117\.124\.151 [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^194\.180\.4[4-8]\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^194\.196\.76\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^194\.94\.10[0-3]\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^194\.94\.221\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^194\.95\.9[6-7]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.112\.175\.6[0-3]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.127\.210\.1(2[89]|5[0-9])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.145\.115.23[2-9]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.145\.199\.2(2[4-9]|3[01])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.158\.157\.24[0-7]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.243\.81\.[0-7]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.30\.232\.12[0-3]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.30\.232\.1(2[89]|[3-8][0-9]|9[01])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.37\.10[01]\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.37\.13[01]\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.18\.22\.1(6[0-9]|[78][0-9]|9[01])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.139\.136\.1(1[2-9]|2[0-7])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.139\.146\.13[2-5]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.160\.31\.(9[6-9|10[0-3])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.110\.186\.2(1[6-9]|2[0-3])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.19\.187\.([0-9]|1[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.19\.187\.(6[4-9]|[78][0-9]|9[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.19\.187\.(9[6-9]|10[0-3])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.6\.229\.2(1[6-9]|2[0-3])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.89\.43\.(2[0-4]|3[01])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^80\.146\.186\.8[0-7]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^80\.150\.3\.1(4[4-9]|5[01]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^82\.135\.124\.1(1[2-9]|2[0-7])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^82\.195\.68\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^80\.146\.207\.2(4[89]|5[0-5]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.50\.146\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.84\.192\.(19[2-9]|2[0-4][0-9]|25[0-5]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.153\.115\.(5[6-9]|6[0-3])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.154\.194\.(8[89]|9[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.222\.53(12[89]|1[34][0-9]|2([0-4][0-9]|5[0-5])) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.68\.139\.(6[89]|7[01])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.175\.83\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^194\.95\.166\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^194\.95\.176\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^192\.129\.8\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.159\.218\.([0-9]|[1-9][0-9]|1([0-8][0-9]|9[01]))$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.134\.61\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^83\.243\.48\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^164\.133\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.37\.188\.(6[4-9]|[7-9][0-9]|1([01][09]|2[0-7]))$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.37\.188\.(19[2-9]|2([01][0-9]|2[0-3])) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.37\.191\.(3[2-9]|4[0-7])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^80\.245\.14[4-7]\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.6\.26\.2(1[6-9]|2[0-3]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.7\.176\.2[4-7]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.97\.150\.2(0[89]|1[0-9]|2[0-3]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^194\.25\.241\.1(2[89]|3[0-9]|4[0-3]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.225\.163\.15[2-9]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.202\.112\.15[2-9]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.7\.170\.(4[89]|5[01])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^87\.193\.145\.20[0-7]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^87\.193\.146\.(1[6-9]|2[0-3])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.23\.143\.1(7[6-9]|8[0-9]|9[01]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.23\.40\.2(4[89]|5[0-5]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.23\.41\.(1[6-9]|2[0-3])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.23\.41\.([89]|1[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.153\.210\.1(2[89]|3[0-5]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.153\.237\.([89]|1[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.17\.86\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^193\.197\.144\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.125\.241\.1(2[89]|3[0-9]|4[0-3]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.244\.234\.(19[2-9]|2[0-5][0-5]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.18\.179\.2(4[0-9]|5[01]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.245\.144\.2(1[6-9]|2[0-3]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.245\.178\.1(3[6-9]|4[0-3]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.202\.117\.133 [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^87\.234\.227\.1(7[6-9]|8[0-3]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.202\.166\.(4[89]|5[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.110\.149\.(8[89]|9[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.110\.174\.2(2[4-9]|3[01]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.110\.45\.([89]|1[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^87\.193\.167\.233 [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^195\.243\.128\.2(2[4-9]|3[01]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.60\.22\.151 [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.88\.128\.20[0-7]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.139\.133\.2(0[89]|1[0-9]|2[0-3]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.139\.146\.9[6-9]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.139\.146\.7[6-9]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.139\.151\.1(2[89]|3[0-9]|4[0-3]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.110\.149\.(4[89]|5[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^621\.157\.167\.(6[4-9]|7[01])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^217\.19\.190\.2(1[6-9]|2[0-3]) [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.154\.250\.[0-7]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^83\.236\.232\.2(1[6-9]|2[0-3])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.183\.13\.([0-9]|[1-3][0-9])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.183\.5\.(8[89]|9[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.82\.39\.([89]|1[0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.84\.227\. [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^212\.9\.165\.23[2-9]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.183\.160\.21[2-5]$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^213\.183\.187\.110 [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^62\.156\.191\.(12[89]|1[3-9][0-9]|2[0-5][0-5])$ [OR] RewriteCond %{REMOTE_ADDR} ^80\.146\.207\.2(4[89]|5[0-5])$ RewriteCond %{REQUEST_URI} !/Sperre.html$ RewriteRule .* /Sperre.html [R=302,L]
Diese Liste ließe sich noch optimieren, da sich einige Einträge zu einer Zeile zusammenfassen lassen. Allerdings geht dann die Lesbarkeit endgültig verloren und evtl. Änderungen sind schwerer einzufügen. Aber es funktioniert so wie angegeben.
Labels: .htaccess, Internetfilter, IT, mitmachen, RegEx, Zensur
Zuerst glaubte man bei der Entführung vom 10.06.2009 noch an eine der „normalen“ Entführungen im Jemen, doch nach Ermordung von drei Geiseln erscheint die Entführung in einem anderen Licht, denn es wird klar, daß die beiden deutschen Ermordeten nicht einfaches Hilfspersonal, sondern Missionare aus der Bibelschule [1] in Brake waren. Das es in Teilen des Jemen immer wieder zu Entführungen kommt, sollte inzwischen ebenso zum Allgemeinwissen gehören, wie die Tatsache, daß Missionierung in islamischen Ländern grundsätzlich ein lebensfgefährliches Unterfangen ist.
Dennoch lohnt ein näherer Blick auf das Selbstverständnis der Bibelschule, wie sie es in ihrem Bekenntnis für jeden nachlesbar offenbart: [2]
Bekenntnis
- Wir glauben an die göttliche Inspiration, Unfehlbarkeit und Autorität der gesamten Heiligen Schrift.
- Wir glauben an den ewigen, dreieinigen Gott: Vater, Sohn und Heiligen Geist.
- Wir glauben, dass der Mensch seit Adams Fall durch die Sünde von Gott getrennt, verloren und auf dem Weg in das ewige Verderben ist.
- Wir glauben an die jungfräuliche Geburt Jesu Christi, Seine Wunder, Sein sündloses Leben und an die Versöhnung des Menschen mit Gott durch Sein Blut und Seinen Opfertod auf Golgatha.
- Wir glauben an Jesu leibliche Auferstehung, Seine Himmelfahrt, Sein Wiederkommen zur Entrückung der Gemeinde und Aufrichtung des Tausendjährigen Reiches auf dieser Erde.
- Wir glauben, dass die Rettung eines Sünders notwendig und allein durch die Wiedergeburt aus dem Heiligen Geist möglich ist.
- Wir glauben, dass der Mensch mit der Wiedergeburt den Heiligen Geist empfängt, der in ihm bleibt, ihn heiligt und in das Bild Jesu umgestalten will.
- Wir glauben, dass alle Menschen leiblich auferstehen werden: die Gläubigen zur ewigen Herrlichkeit, die Ungläubigen zur ewigen Verdammnis.
- Wir warten auf einen neuen Himmel und eine neue Erde und wissen um die Verantwortung eines jeden Gläubigen, durch seinen Wandel die Wahrheit der Heiligen Schrift zu bezeugen und das Evangelium allen Menschen zu verkündigen.
Hier zeigt sich ein zutiefst mittelalterliches, christlich-fundamentalistisches Weltbild, welches in einer ebenso archaischen Welt, wie die der jemenitischen Muslime, zwangsläufig zu Konflikten führen muss. Beide Seiten betrachten sich gegenseitig als Ungläubige bzw. Falschgläubige und selbst im Besitz der einzig wahren Religion. Offen bleibt aber bisher noch, was der konkrete Auslöser für die Ermordung gewesen ist.
Ein weiteres Problem dieser religiösen Gruppierungen ist auch, daß die Teilnehmer im formalen Sinne so gut wie nie einen offiziellen Auftrag der Institution zur Missionierung erhalten (so schlau sind die Brüder schon), denn sie wissen genau, daß sie ggf. zur Verantwotung gezogen werden können, bzw. von vornherein eine Zusammenarbeit verweigert werden würde. Selbst eine wohlgesonnene Regierung eines islamischen Landes würde eine offizielle Begründung Missionierung nicht dulden können, da dies ein potentiell unbeherrschbares Konfliktpotential in sich bürgt. Im Jemen kann übrigens auf Missionierung die Todesstrafe verhängt werden! Dies kann man je nach Standpunkt gut oder schlecht finden, aber es ist zu allererst eine zunächst nicht änderbare Tatsache, die es zu berücksichtigen gilt. Offene Missionierung gibt es bspw. hier Deutschland durch amerikanische Mormonen oder auch in Brasilien, aber in diesen Ländern ist Missionierung nicht verboten und es droht den Missionaren auch keine tödliche Gefahr.
Auch muss man sich darüber im Klaren sein, daß ein solch explizierter Auftrag überhaupt nicht notwendig ist. Einerseits sind Christen (und Moslems ebenso) allein schon durch ihren Glauben verpflichtet zu missionieren: [3, 4]
Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. (Mt 28,19-20).
Nimmt man jetzt das Bekenntnis ernst, ergibt sich aus Punkt 1und 9 eine explosive Gemengelage, denn die Bibel sagt auch: [3, 5, 6, 7]
Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dirtten und vierten Generation (Ex. 20, 5-6, Dtn. 5, 9)
Du hüte dich aber, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommst, einen Bund zu schließen; sie könnten dir sonst, wenn sie in deiner Mitte leben, zu einer werden. Ihre Altäre sollt ihr vielmehr niederreißen, ihre Steinmale zerschlagen, ihre Kultpfähle umhauen. (Ex. 34, 12-13)
Ihr sollt alle Kultstätten zerstören, an denen die Völker, deren Besitz ihr übernehmt, ihren Göttern gedient haben: auf den hohen Bergen, auf den Hügeln und unter jedem üppigen Baum. Ihr sollt ihre Altäre niederreißen und ihre Steinmale zerschlagen. Ihre Kultpfähle sollt ihr im Feuer verbrennen und die Bilder ihrer Götter umhauen. Ihre Namen sollt ihr an jeder solchen Stätte tilgen. (Dtn. 12, 2-3)
Nun sind glücklicherweise die Mehrzahl der Gläubigen keine guten Gläubigen (weil sie meist selber nicht wissen was sie da eigentlich glauben), denn dies endet in einem Blutband, wie aus der Weltgeschichte wohlbekannt. Auch wenn heutige Missionierung nicht mehr gleich im Waffenrock stattfindet, bleibt ein Verhalten, welches einen aggressiven Unterton hat.
Andererseits, wissen die Teilnehmer durch die jahrelange religiöse Indoktrinierung von selbst was ihre eigentliche Aufgabe ist. Trifft man Menschen, aus diesen Kreisen, so äußern sie in privaten Unterhaltungen von selbst Vorstellungen über ihre Zukunft, und dazu gehören ganz selbstverständlich auch Aussagen wie „ich möchte mal nach <Land einsetzen> gehen und missionieren“, wobei es sich oft um islamische Länder handelt. Eine Gefahr sehen sie dabei nicht wirklich, denn sie gehen ja mit Gott.
Der Tod der beiden jungen Frauen aus Brake (Rita Stumpp und Anita Grünwald) und einer Südkoreanerin wird aber nichts wirklich ändern, denn die getöteten Gläubigen sind jetzt Märtyrerinnen und können nun als leuchtendes Vorbild für die Anderen dienen, oder besser gesagt post mortem weiter mißbraucht werden. Durch die Unerschütterlichkeit in ihrem Glauben haben sie schließlich Eingang ins Paradies gefunden. (Warum trauern Christen eigentlich, wenn Nahestehende im Paradies sind, wenn dies doch genau das angestrebte Ziel ist?)
Es geht hier nicht darum die Tat der Islamisten zu enschuldigen, aber von Reisenden kann in heutiger Zeit erwartet werden, daß sie minimale Vorstellungen über dortige Gewohnheiten haben und um medizinische Hilfe zu leisten benötigt man eine vernünftige Ausbildung, Medikamente und (leider) Geld, aber mit Sicherheit keine religiösen Texte. Es muß einfach jedem klar sein, daß jede Form nicht-islamischer Aktivitäten in einem islamischen Land eine tödliche Bedrohung für einen selber, wie auch ggf. für Mitreisende darstellt. Nun kann man aber von Mitgliedern einer Organisation, die ihre Ideologie in die Gehirne ihrer Gefolgsleute eingebrannnt hat, mehr unbedingt ein vernunftgesteuertes Handeln erwarten, so das die Leiter die moralishe Verantwortung übernehmen müssen. Leider gehen diese oft über Leichen. Kurz gesagt, die ausführenden Täter halten sich zwar irgendwo im Jemen auf, aber die moralischen Mörder befinden sich hier in Deutschland.
Auch wenn die Bibelschule Brake nur ein kleiner Verein ist, darf man nicht vergessen, daß es nicht der Einzige ist. Insbesondere die US-amerikanischen Evangelikalen haben ein enormes Sendungsbewusstsein, was noch viele Konflikte heraufbeschwören wird.
Nachtrag 27.06.2009:
Inzwischen wurde die Webseite geändert. Nur noch Erleuchtete erfahren etwas über das Bekennntis:
Sie sind nicht berechtigt, diesen Bereich zu sehen.
Sie müssen sich anmelden.
Nachtrag 10.08.2009:
Auch das ZDF-Magazin Frontal hat am 04.08.2009 über den Vorfall [9] berichtet und erntet prompt heftige Kritik.
Nachtrag 08.09.2009:
Inzwischen hat sich auch die „Amtskirche“ in einer Pressemitteilung [10] der Kritik angeschlossen.
Labels: Bibelschule, Brake, Christentum, Entführung, Fundamentalismus, Islam, Islamismus, Jemen, Missionare, Religion
Heute Mal ein Tipp für Bildersammler. Wer keine Lust hat, die Bilder von http://www.imagefap.com/ einzeln herunterzuladen oder keine umfangreiche Software verwenden will kann dies, ggf. auch zeitgesteuert und unbeaufsichtigt, mit einem kleinen Bashskript erledigen (lassen). Das Skript erzeugt einen Ordner mit der Gallerienummer als Name und lädt alle Bilder in diesen Ordner herunter.
#!/usr/bin/env bash # Skript Imagefap-Download # Beschreibung Lädt die Bilder einer Galerie von http://WWW.Imagefap.com herunter. # Parameter $1: URL der Gallerie (z. B.: http://www.imagefap.com/gallery/123456) Galerie_Nr=${1##*/} Pfad=${2:-$HOME'/Downloads/'}$Galerie_Nr URL_Inhalt=${1%/*}'.php?gid='$Galerie_Nr'&view=2' Inhalt='Galerie.html' cURL_Schalter='-A Anonymous' mkdir $Pfad cd $Pfad curl $cURL_Schalter $URL_Inhalt -o $Inhalt if [ -e $Inhalt ]; then for Bild in $(cat $Inhalt | grep -Eio "/thumb/([^']).*'") do Bild=$(basename ${Bild%%\'}) curl $cURL_Schalter 'http://77.247.179.161/full/getimg.php?img='$Bild -o $Bild done srm -srf $Inhalt fi
MacOS X Anwender können das Skript so verwenden, Linuxer müssen die Zeile „Pfad“ anpassen und ihren Download-Ordner angeben.
#:~>Imagefap-Download http://www.imagefap.com/gallery/123456
Labels: Bash, cURL, Download, IT, Skripttipp, Terminal